Haute Couture für einen Strandkorb.

Sie nagten an ihm – und er schlug sich tapfer! Aber nach 3 Lunajahren war es soweit. Grüne Algen faßten in der humiden Luft Fuß und bevölkerten die paspelierten Säume, die Dauerfeuchte zermürbte den Stoff, die ehemals blanken Metallteile rosteten. Regen und Salz setzten dem Holz zu, die Seiten der Sitzbank waren aufgequollen, und die Fußbänke mit Rissen durchzogen. Unser Strandkorb sah erbärmlich aus! Da haben wir ihn erst einmal völlig ausgezogen und ordentlich gesäubert.

Dann kam die Wende: Der Tischler schnitt neue Holzteile (witterungsfest) zu, wir lasierten sie mehrfach mit Holzöl, und der Strandkorb begann in warmen Teakton zu schimmern.

Die alten Stoffteile wurden in die Waschmaschine gesteckt. Ihre neue Aufgabe war es, nach dem Trocknen als Schnittmuster zu dienen. Mittels Suchmaschine wurde nach Markiesenstoff gegoogelt, die notwenigen Meter errechnet, bestellt und wenige Tage später auf der größten freien Wohnfläche ausgerollt. Nun noch die Schitteile fadengerade auflegen und zuschneiden. Nähseide in weiß und Gelb fand sich genügend im Nähkörbchen.

Und schon ratterte die Nähmaschine los, verendelte Schnittkanten und nähte Teile aneinander, die natürlich auch gelegentlich mal wieder aufgetrennt werden mußten. Der Reisverschlussfuß erleichterte das Anbringen der selbstgenähten Paspel, die das Rückenkissen und die Seitenbespannung schmückt.

Das Besondere an der Haute Couture für diesen Strandkorb: Rückenkissen und Fußkissen können mittels Bindetechnik & Klett aus dem Korb genommen werden. Ebenso die Bespannung am Innenkorb und die Seitenteile, so dass der Strandkorb im Winter luftig steht und die Stoffe im Trockenen auf das nächste Frühjahr warten können.

Wie schade für die grünen Algen, die sich jetzt eine neue Bleibe suchen müssen.
Der Strandkorb unserer Ferienwohnung Dünenstrand bleibt künftig jedenfalls verschont.

Im Inselosten erwacht die neue Saison

LeuchtturmEs ist wieder soweit!
Spätestens wenn der Leuchtturm in Norderney seine 253 Stufen zum Besteigen für die Besucher freigibt, beginnt auch im Inselosten wieder die Saison.

Dieses immer noch aktive Seezeichen auf der Insel Norderney mit 54,6 Meter Höhe,  ist das höchste Bauwerk auf der bewohnten Sanddüne. Vom 29. März bis zum 8. November ist täglich von 14 – 16 Uhr das Trab Trab der Füße zu hören, die sich mal schneller mal langsamer auf dem umzäunten Galeriegang in luftiger Höhe bewegen. Welch ein Ausblick! Rundum freie Sicht, den Möwen etwas näher und die Gischt riechend ist es die Mühe wert, die Treppen zu erklimmen.

Erbaut wurde der Leuchtturm in den Jahren 1871 bis 1874 von der Königlich-Preußischen Wasser- und Schiffahrtsverwaltung in Norden. Wind & Wetter, Salz & Sand machten von 2003 – 2006 eine gründliche Restaurierung des Ziegelbauwerkes nötig, die insgesamt Kosten in Höhe von 600 000€ mit sich brachte. Nun ist er wieder für Meer-Schaulustige geöffnet.

Und wussten Sie, dass dieser Leuchtturm der einzig linksdrehende auf den ostfrisischen Inseln ist?